Hamburgs erste demokratische Verfassung in der Bewährungsprobe

Hamburgs erste demokratische Verfassung in der Bewährungsprobe (Auszug)

1819 Journal Symposium Vorschau

Schon in der konstituierenden Bürgerschaftssitzung am 24. März 1919 fielen Grund­entscheidungen über die künftige Verfassung. Alle Parteien von der SPD bis zur DVP waren sich einig, nur in einer parlamentarischen Demokratie auf inneren Frieden hoffen zu können. Besonders die Zustimmung der DVP, in der sich die meisten Repräsentanten der alten Hamburger Führungsschichten gesammelt hatten, war bemerkenswert. (…)Die gesetzgebende Gewalt solle von nun an ausschließlich bei der Bürgerschaft, nicht mehr wie früher bei Senat und Bürgerschaft liegen. Die USPD versuchte mit vielen Anträgen, dem Arbeiterrat (nicht  dem Soldatenrat) das letzte entscheidende Wort in Gesetzgebung und Verwaltung zu sichern und eine entsprechende Bestim­mung auch in die provisorische Verfassung hineinzubringen. Dem erteilte die SPD eine Absage. Die Aufgabe der Arbeiter­räte liege nicht auf politischem, sondern auf wirtschaftlichem Gebiet. In insgesamt elf Sitzungen beriet das Plenum zwischen dem 20. Oktober und dem 29. Dezember 1920 in zwei Lesungen über den Hamburger Verfassungsentwurf und noch einmal über zahlreiche Änderungs­anträ­ge der Opposition, modifizierte auch manche Bestimmungen. Am 9. Januar 1921 trat Hamburgs erste demokratische Verfassung in Kraft.

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Auszug aus dem Beitrag „Hamburgs erste demokratische Verfassung in der Bewährungsprobe“ von Ursula Büttner.

Mit freundlicher Genehmigung des Hamburg-Geschichtsbuchs. Für eine Vertiefung des Themas, lesen Sie bitte auf der Seite Hamburg Geschichtsbuch weiter. 

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Ursula Büttner