Schülerartikel: Aufbruch in die Demokratie

Schüler im Hamburger Rathaus

Vor 100 Jahren beendete die Novemberrevolution den ersten Weltkrieg. Dies war gleichzeitig der Aufbruch in die Demokratie. Denn noch vor so vielen Jahren war es eben keine Selbstverständlichkeit frei zu wählen, als Frau geschlechtlich gleichgestellt zu werden oder auch sich dem Kaiser zu widersetzen. Ungleichheiten in der Bevölkerung, Armut und totale Hingabe zum Kaiser war vor nicht allzu langer Zeit noch an der Tagesordnung.

Zu diesem Anlass wurden am 1. November 2018 mehr als 250 Schülerinnen und Schüler zu einer Diskussion ins Hamburger Rathaus eingeladen, an der auch ich als Schülerreporter teilnehmen durfte. Teilnehmer auf dem Podium waren der 1. Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Elke Büdenbender, die Ehefrau unseres Bundespräsidenten, Frank-Walter Steinmeier. Und das beschäftigte uns. Muss die Demokratie mit jeder Generation neu erlernt werden? Was soll uns Jugendliche dazu motivieren politisch mitzuwirken? Oder wie gehen wir mit Polizeigewalt wie sie zum Beispiel beim G20 Gipfel angeblich vorkam, um? Fragen wie diese haben uns zum Nachdenken gebracht, und wurden auch auf der Veranstaltung thematisiert. Doch demokratische Anliegen kommen nicht nur im Rathaus zum Tragen. Zuhause, im Verein oder auch in der Schule wie zum Beispiel bei den Klassen- und Schulsprecher-Wahlen wird von der Mehrheit abgestimmt. Doch reicht das schon, um irgendwann ein ganzes Land zu regieren? Leider nein. Davon hängen nämlich haufenweise Faktoren ab und ein ganz großer davon ist die Bildung. Hintergründe, Zusammenhänge und logische Schlussfolgerungen sind wichtig, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Und diese konnte ich und einige andere Schulreporter mitsamt einer beliebigen Frage nach Ende der Veranstaltung an Herrn Tschentscher und Frau Büdenbender äußern. Das war zugegebenermaßen mit etwas Aufregung verbunden, schließlich hat man ja nicht jeden Tag mal eben so die Gelegenheit mit dem ersten Bürgermeister unserer Stadt und der Frau des Bundespräsidenten an einem Tisch zu sitzen. Wenn man sich nur ab und an vor Augen führen würde, wie viele Rechte wir in Deutschland tagtäglich beanspruchen können, dann würden wir diese vielleicht auch mal öfter durchsetzen während andere immer noch um sie kämpfen.

Demokratie 6 Klein
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Kassim Patschtun, Klasse 9b der Stadtteilschule Süderelbe
Bilder
Senatskanzlei, Pries